Großes Blutbild heißt nicht: alles getestet.

Viele Menschen fragen nach einem großen Blutbild und denken danach, Ferritin, Vitamin D, Schilddrüse, Hormone und Prävention seien automatisch geprüft. Genau das stimmt meistens nicht.

Was die drei Begriffe bedeuten

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    Kleines Blutbild

    Zeigt vor allem rote Blutkörperchen, Hämoglobin, Hämatokrit, Erythrozyten-Indizes wie MCV/MCH/MCHC, Leukozyten gesamt und Thrombozyten.

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    Großes Blutbild

    Ist kein kompletter Gesundheitscheck. Es ist ein kleines Blutbild plus Differentialblutbild, also eine Aufschlüsselung der weißen Blutkörperchen.

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    Differentialblutbild

    Schaut genauer auf Untergruppen der Leukozyten, zum Beispiel Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile.

Diese Werte sind nicht automatisch im großen Blutbild

Je nach Symptomen, Lebensphase und Risiko können diese Werte sinnvoll sein. Sie müssen aber gezielt besprochen oder angefordert werden.

  • Ferritin und kompletter Eisenstatus
  • Vitamin D
  • Vitamin B12, Holo-TC und Folat
  • TSH, fT3, fT4 und Schilddrüsen-Antikörper
  • Östradiol, Progesteron, FSH, LH, Testosteron, SHBG, DHEA-S und Prolaktin
  • HbA1c, Nüchternglukose, Insulin und HOMA-IR
  • Leberwerte, Nierenwerte und Elektrolyte
  • Lipidprofil, ApoB und Lp(a)

Was ist mit Check-up 35?

Der gesetzliche Gesundheits-Check-up dient vor allem der Erfassung von Gesundheitsrisiken und der Früherkennung häufiger Erkrankungen, besonders Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes mellitus. Ab 35 Jahren gehört eine Blutuntersuchung und eine Urinuntersuchung dazu. Das ist wichtig, aber kein vollständiges Hormon-, Nährstoff- oder Müdigkeits-Panel.

Vier typische Missverständnisse

Groß heißt nicht alles
Das große Blutbild erweitert das kleine Blutbild nur um die Differenzierung der weißen Blutkörperchen. Viele Werte müssen gezielt angefordert werden.
Normal heißt nicht immer geklärt
Ein unauffälliges Blutbild kann wichtig beruhigen, erklärt aber nicht automatisch Müdigkeit, Haarausfall, Zyklusveränderungen oder Wechseljahressymptome.
Einzelwerte erzählen selten die ganze Geschichte
Hämoglobin, MCV, Ferritin, CRP, B12, Schilddrüse und Zykluskontext können zusammen mehr sagen als ein einzelner Wert.
Referenzbereich ist nicht gleich Optimalbereich
Referenzbereiche helfen beim Einordnen. Sie ersetzen aber nicht Verlauf, Symptome, Medikamente, Lebensphase und ärztliche Einschätzung.

Welche Werte könnten zusätzlich interessant sein?

Das ersetzt keine Diagnose, hilft aber beim Vorbereiten guter Fragen.

  1. Müdigkeit

    Blutbild, Ferritin/Eisenstatus, B12/Folat, TSH/fT4, Vitamin D, CRP, HbA1c

  2. Haarausfall

    Ferritin, Eisenstatus, Schilddrüse, Vitamin D, B12/Folat, Zink, Androgene/SHBG

  3. Wechseljahre

    FSH, Östradiol, Progesteron, Schilddrüse, Lipide, HbA1c, Vitamin D, Leber/Niere

  4. Prävention

    Lipidprofil, ApoB, Lp(a), HbA1c, Nierenwerte, Leberwerte, Blutdruck

Gute Fragen für dein Gespräch

  • Welche Werte wurden bei mir wirklich bestimmt und welche nicht?
  • War Ferritin dabei oder nur Hämoglobin?
  • Wurde nur TSH gemessen oder auch fT4, fT3 und bei Bedarf Antikörper?
  • Passen meine Werte — Blutbild, Ferritin, B12/Folat und CRP — zu meinen Symptomen?
  • Wären HbA1c, Nüchternglukose, Lipide, Leber- und Nierenwerte für meine Prävention sinnvoll?
  • Welche meiner Werte sollten im Verlauf kontrolliert werden?

Nicht selbst diagnostizieren.

Die Seite fasst öffentliche Gesundheitsinformationen zusammen. Details können sich je nach Land, Versicherung, Praxis und individueller Situation unterscheiden.